Gesundheitsverhalten – einer der Schlüssel zum Immunsystem

Bei Viruserkrankungen kommt dem Immunsystem eine zentrale Rolle bei. So hat es unter anderem die Aufgabe, Krankheitserreger wie Viren und Bakterien zu erkennen und sich gegen deren Eintritt in den Körper zu wehren. Im Knochenmark sind bspw. die weissen Blutkörperchen Fresszellen für Viren. Zudem gibt es in allen Zellen Vitamin-D-Rezeptoren, die für die Immunantwort eine Rolle spielen und das Immunsystem verfügt über Killerzellen, die sich auf die virale Abwehr spezialisiert haben. Diese spielen beim Coronavirus eine besondere Rolle. Ein weiterer Mechanismus ergibt sich aus Virus-Erkennungs-Bindestellen, die Immunhormone zum Abtöten von Viren ausstossen. 

 

Der Zustand dieser und weiterer Immunfaktoren hängt nicht nur - aber auch - von unserem eigenen Verhalten ab. Das heisst, Sie können aktiv zur Chance, gesund zu bleiben, beitragen. Eine Sicherheit darüber gibt es aber nicht, selbst die Person, die sich auf allen Ebenen gesund verhält, wird auch mal krank und dies ist bei der Covid-19 Erkrankung nicht anders.

Dies soll aber das Engagement für die eigene Gesundheit nicht reduzieren, denn dieses bleibt dennoch eines der Zahnrädchen eines funktionierenden Immunsystems. 

 

Was können Sie tun?

Ernährung

Unser Körper hat immer wieder mal Phasen von Mangelerscheinungen einiger das Immunsystem modulierender Substanzen. Wenn dies so ist, kann eine Zugabe dessen, was gerade fehlt, eine wichtige Unterstützung sein. Das wissen Sie aber wahrscheinlich nicht, ist bei unserer heutigen Ernährung auch nicht so häufig der Fall und es macht keinen Sinn, gerade jetzt, wo alle Ärzte und Ärztinnen überlastet sind, in gesundem Zustand einen grossen Check machen zu lassen. Das Gute ist: auch wenn Sie keine Mangelerscheinung aufweisen, schaden Sie Ihrem Körper nicht, wenn Sie bei Ihrer Ernährung auf einige Punkte achten. Eine Ernährung, welche reich ist an folgenden Stoffen, beeinflusst das Immunsystem günstig:

 

  • Omega-3-Fettsäuren

  • Aminosäuren

  • Zink

  • Vitamin A, B6, B12, C, D und E 

  • Beta-Carotin 

  • Sulforaphan 

  • Zink

  • Selen

  • Eisen

  • Kupfer

  • Ballaststoffreiche Kost für die Darmgesundheit 

 

Diese und andere Stoffe sind vor allem in Brokkoli, Erbsen, Kohl, Karotten, Tomaten, Knoblauch, Spinat, Avocado, Zitrusfrüchten, dunklen Beeren und Trauben und Nüssen enthalten. Auf den Speisezettel gehören zudem Hülsenfrüchte, Quinoa, Vollkornprodukte, Sojabohnen, Emmentaler und Eier und gewisse Fischarten. 

Eine ausgewogene Ernährung deckt in der Regel den Bedarf an obigen Stoffen und Sie können auf Nahrungsergänzungsmittel verzichten.

Licht und Luft

Vitamin D wird über Sonnenstrahlen, die auf die Haut treffen, produziert. Die UV-Strahlung ist in den tieferen Regionen im Moment noch nicht stark ausgeprägt, so dass Sie möglichst viel Zeit im Freien und in der Sonne verbringen können.

Bewegung

Bewegung wie lange Spaziergänge oder Ausdauersport wie Laufen, Joggen und Fahrradfahren aktivieren das Immunsystem. Achten Sie auf moderates Training, eine Überanstrengung dient Ihrem Immunsystem nicht.

Trinkmenge

Bei einer zu geringen Aufnahme von Flüssigkeit können Viren und Bakterien nicht abtransportiert werden. Achten Sie darauf, dass Sie täglich mindestens 1.5 Liter Flüssigkeit in Form von Wasser, Tee (bspw. Grüntee) oder ungezuckerten Fruchtsäften zu sich nehmen.

Ausreichend Schlaf

Der Nachtschlaf hat eine wichtige Bedeutung für ein gut funktionierendes Immunsystem. Schlaflosigkeit reduziert die Zahl der Abwehrzellen und schwächt damit das Immunsystem. Vermeiden Sie alles, was ein gutes Einschlafen und Durchschlafen behindert: dazu gehören Smartphone und alle Gadgets mit blauem Licht eine Stunde vor dem Einschlafen, Alkohol und Koffein oder auch intensive sportliche Betätigung am Abend. Aber sorgen Sie sich auch nicht, wenn Sie mal nicht einschlafen oder durchschlafen können. Das wird Ihnen am allerwenigsten helfen, wieder zur Ruhe zu kommen. Am besten, Sie nutzen die wache Zeit nachts für angenehme und ruhige Dinge. Sie können die Achtsamkeitsübungen in diesem Selbsthilfeprogramm in Wachzeiten durchführen oder ruhige leise Musik hören, in gedämpftem Licht etwas im Haushalt erledigen etc. Vermeiden Sie aber auch da blaues Licht und alles, was Ihren Körper und Ihre Psyche zusätzlich wecken würde.

Die bekannten Massnahmen zum Schutz von anderen und sich selbst

Daneben gelten die bereits bekannten Massnahmen, um sich vor einer Infektion zu schützen:

  • Regelmässiges Händewaschen 

  • 2 m Abstand halten, vor allem wenn Sie mehr als 10 Minuten neben jemandem stehen

  • Händeschütteln vermeiden

  • In Taschentuch oder Armbeuge niesen und husten

  • Bei Fieber und Husten zu Hause bleiben

 

Informieren Sie sich hierüber auf den offiziellen Websiten. 

Und nun?

Im Abschnitt Gesundheit und Bewältigung fördern können Sie Ihr Gesundheitsverhalten etwas unter die Lupe nehmen und einen Plan dafür entwickeln, wie Sie Ihrer Gesundheit Sorge tragen wollen.

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